FC St. Pauli mutig – Favorit im DFB-Pokal Halbfinale

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DFB-Pokal 2025/2026


Viertelfinale


Bayer 04 Leverkusen – FC St. Pauli

Nach dem Titelgewinn 2024, ist Bayer 04 Leverkusen zum dritten Mal hintereinander in das DFB-Pokal-Halbfinale eingezogen. Für die Werkself war es eher ein bescheidener Auftritt. Vor allem in den ersten 45 Minuten. Der FC St. Pauli spielte auf Augenhöhe, konnte die Schwächen der Werkself jedoch nicht nutzen. „Im ersten Durchgang hatten wir einige Probleme“, analysierte Sportchef Simon Rolfes sachlich den Erfolg. „Die zweite Hälfte war dann souveräner und der Sieg verdient.“

Vor dem Spiel hatte Bayer 04-Trainer Kasper Hjulmand erklärt, dass er eine „Liebe“ zum Pokalwettbewerb hege. Der Däne zeigte seine Zuneigung, indem er zum Anpfiff seine wohl stärkste Elf auf das Feld schickte. Lucas Vazquez und Patrik Schick spielten. Ebenso Palacios, der argentinische Weltmeister, kam nach einer langen Verletzungspause zu seinem ersten Einsatz in der Startelf.

Der französische Spieler Martin Terrier, machte das erste Tor für die Werkself.

Im ersten Viertelfinale des Wettbewerbs 2025/26 trat die Werkself als eindeutiger Favorit an. Der amtierende Vizemeister und Bundesliga-Sechste mit Champions League-Ambitionen traf zu Hause auf den abstiegsgefährdeten Tabellenvorletzten. Aber im Pokal, der nach eigenen Regeln verläuft, ist alles ungewiss und möglich.

Die erste Gelegenheit gehörte tatsächlich den Gästen, da ausgerechnet Palacios einen katastrophalen Fehlpass spielte, der eine Ecke zur Folge hatte. Bayer war danach nicht in der Lage, den Standard sauber zu klären. Die Leverkusener hatten aber Glück, als Martijn Kaars aus fünf Metern nur Robert Andrich traf und den Ball nicht ins Tor beförderte (4.).

In der Anfangsphase startete St. Pauli mit einer guten Staffelung und einem aggressiven Spiel gegen den Ball. Die Hausherren hielten dagegen und versuchten, mit Ballstafetten Ruhe ins Spiel zu bringen. Nach 15 Minuten Spielzeit hatte Martin Terrier nach einer Flanke von Vazquez die erste Gelegenheit für Bayer 04. Nach erneuten zwei Minuten hätte das erste Tor für Leverkusen fallen müssen. Ex-Viktoria-Köln-Keeper Ben Voll verlor bei einem Zuspiel auf James Sands im eigenen Strafraum den Ball und hätte sich dafür beinahe selbst bestraft. Malik Tillman übernahm den Ball und passte zu Schick. Der Tscheche konnte sich im Dribbling freispielen, schoss jedoch aus einer Distanz von sieben Metern nur auf Pauli-Kapitän Karol Smets, der auf der Torlinie stand (17.).

Danach brach der gerade aufgenommene Faden bei der Hjulmand-Elf, die bei einer Chance von Joel Fujita fast in Rückstand geraten wären (23.). Fujita hätte zu diesem Zeitpunkt jedoch aufgrund eines groben Foulspiels an Palacios (20.) schon aus der Partie ausscheiden müssen. Die Hamburger blieben zu elft und waren voll im Spiel, was die Fans im Gäste-Block lauter singen ließ. Martin Terrier sorgte für ihre Verstummung. Nachdem Schick an der Strafraumgrenze zu Fall gekommen war und alle an einen Elfmeter dachten, schnappte sich der Franzose den Ball und traf aus 16 Metern wunderschön zum 1:0 ins linke Eck (32.) — ein Tor, aus dem Nichts.

Trotz der Führung war Leverkusen unsicher. Die Werkself machte es sich durch zahlreiche kleine Fehler selbst schwer und bot St. Pauli Gelegenheiten. Vazquez, aber auch sein Mitspieler Kaars, verwandelten ihre Großchancen nicht. Zur Halbzeit war die Führung des Favoriten schmeichelhaft und somit ging es in die Kabine.

Die Favoritenmannschaft spielte in der zweiten Halbzeit souveräner.

Nur eine gute Aktion war für Bayer 04 nötig, um den Einzug ins Halbfinale klarzumachen. Nach der dritten Ecke schneiderte Aleix Garcia eine präzise Flanke für Schick, der aus vier Metern mit links per Direktabnahme auf 2:0 erhöhte (63.). Weil St. Pauli nun, überhaupt nichts mehr entgegenzubringen hatte, war das Spiel bereits entschieden.

Jonas Hofmann, der eingewechselt wurde, lieferte an diesem kalten Pokalabend die restlichen Highlights. Zunächst traf er aus 22 Metern nur den linken Pfosten (75.), dann sorgte er nach einer Flanke von Grimaldo und einem Positionsfehler von Smets für den Endstand (90.+2). Somit stand am Ende ein 3:0 aus Sicht der Werkself auf der Anzeigentafel.

Aufstellung
Bayer 04 Leverkusen
Blaswich, Quansah, Andrich, Tillmann, Terrier, Tapsoba, Schick, Grimaldo, Vázquez, García, Palacios
Trainer: Kasper Hjulmand

FC St. Pauli
Voll, Mets, Sands, Sinani, Pyrka, Ando, Fujita, Kaars, Rasmussen, Oppie, Pereira
Trainer: Alexander Blessin

Verletzte Spieler
Bayer 04 Leverkusen

– Ben Seghir / Linksaußen (Sprunggelenksverletzung)
– Tella / Rechtsaußen (Fußverletzung)
– Flekken / Torwart (Bänderverletzung)
– Maza / Offensives Mittelfeld (Knieprobleme)

FC St. Pauli
– Nemeth / Innenverteidiger (Muskuläre Probleme)
– Spari / Torwart (Syndesmosebandriss)
– Hountondji / Mittelstürmer (Haarriss im Fuß)
– Metcalfe / Zentrales Mittelfeld (Knieprobleme)
– Wahl / Innenverteidiger (Innenbandzerrung)
– Dzwigala / Innenverteidiger (Krank)


Schiedsrichter: Florian Badstübner
Assistent 1: Markus Schüller
Assistent 2: Philipp Hüwe
VAR: Johann Pfeifer

Tore
1 – 0 Terrier 32ʹ
2 – 0 Schick 63ʹ
3 – 0 Hofmann 90+2ʹ