Feuerwerksverkauf: Niederländer reisen nach Deutschland

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Zum Verkaufsstart von Silvesterfeuerwerk sind viele Niederländer zum Einkaufen nach Niedersachsen gereist. In der Gemeinde Bunde (Landkreis Leer), die an der deutsch-niederländischen Grenze liegt, bildeten sich am Donnerstag vor Geschäften Schlangen. Vor einem Discounter warteten Menschen dicht gedrängt. Einkäufer rollten Wagen voller Raketen und Böller aus dem Laden, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die meisten Autos auf dem Parkplatz des Geschäfts hatten niederländische Kennzeichen. Der Verkauf von Feuerwerk hat an diesem Donnerstag begonnen und endet am Samstag.

Der Andrang aus den Niederlanden war erwartet worden. Vor dem Verkaufsstart hatte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Ostfriesland mit Sitz in Emden, Johann Doden, gesagt: Er gehe davon aus, dass es regen Verkehr an der deutsch-niederländischen Grenze geben werde. Es handle sich um «Feuerwerkstourismus». Für die Region seien die Einkäufer aus den Niederlanden wichtig, sagte Doden, weil sie oft weitere Produkte – nicht allein Feuerwerk – besorgten.

In Bunde sagte die Mit-Geschäftsführerin von Feuerwerk Bunde, Iris Börgener, sagte vor dem Verkaufsstart, sie erwarte dieses Jahr viele Einkäufer aus den Niederlanden. Es habe vergleichsweise viele Vorbestellungen gegeben. «Es ist so, dass die Artikel in Deutschland billiger sind und sie eine ganz andere Auswahl haben», sagte sie.

In den vergangenen zwei Jahren war wegen der Corona-Pandemie der Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt worden. Auch in den Niederlanden gab es ein solches Verbot, dieses Jahr soll aber wieder geböllert werden dürfen. Mehrere Städte in dem Nachbarland halten allerdings an einem Verbot fest.

Die Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim liegt direkt an der deutsch-niederländischen Grenze im Landkreis Grafschaft Bentheim. «Erfahrungsgemäß kommen gerade in den Grenzgebieten viele Niederländer zu Silvester nach Deutschland, um sich mit Feuerwerk einzudecken», teilte eine Sprecherin mit. Legales Feuerwerk dürfen Niederländer in Deutschland ebenso kaufen wie Deutsche.

In Bad Bentheim steht auch das Feuerwerksgeschäft FWS Feuerwerk. «90 Prozent unserer Kunden sind aus den Niederlanden», sagte am Mittwoch der Betriebsleiter des Ladens, Remon Albers. 500 bis 600 Menschen kämen in der Regel an einem Verkaufstag vor Silvester. Viele Niederländer sagten, dass die Feuerwerkskörper aus Deutschland günstiger und schöner als die aus den Niederlanden seien, berichtete Albers. Zudem könne man in Deutschland Produkte kaufen – Raketen beispielsweise -, die in den Niederlanden inzwischen verboten seien.

Von der Grenze weiter entfernt, in Bremerhaven, haben sich am Donnerstag zeitweilig etwa 1500 Menschen am Werksverkauf des Feuerwerksherstellers Comet eingefunden. Diese Schätzung nannte der Geschäftsführer Richard Eickel. Die ersten Kunden seien bereits nach Mitternacht eingetroffen und hätten sich bis zum Verkaufsbeginn um 6.00 Uhr in der Früh mit Volksmusik die Zeit vertrieben, sagte Eickel. «Es ist wie eine Party-Veranstaltung.»