Eine am 29. Oktober veröffentlichte Recherche von BR Data zeigt erhebliche Lücken bei der digitalen Barrierefreiheit. In einer automatisierten Analyse verstießen fast 80 Prozent der geprüften Webseiten gegen mindestens eines der untersuchten gesetzlichen Kriterien.
Ausgewertet wurden unter anderem die Startseiten von mehr als 500 öffentlichen Webangeboten und rund 100 großen Onlineshops. Zusätzlich untersuchte das Team knapp 1.300 bayerische Kommunalseiten. Dort wurden bei 86 Prozent Barrieren gefunden. Die Ergebnisse beziehen sich auf die getesteten Seiten und automatisiert erkennbaren Kriterien; sie sind keine vollständige Prüfung sämtlicher Internetangebote.

Solche Hindernisse können Menschen mit Behinderung den Zugang zu Informationen, Einkäufen oder Verwaltungsleistungen erschweren. Der Bayerische Gemeindetag verweist neben dem Ziel des Abbaus digitaler Barrieren auch auf finanzielle Herausforderungen. Der Branchenverband Bitkom räumt Nachholbedarf ein und fordert praxistaugliche Vorgaben sowie Rechtssicherheit. Die Recherche zeigt damit eine deutliche Lücke zwischen bestehenden Anforderungen und ihrer praktischen Umsetzung.