Das US-Justizministerium prüft nach dem zeitweisen gemeinsamen Berichterstattungsstopp großer Fernsehsender einen möglichen Verstoß gegen das Kartellrecht. Die am 11. Oktober berichtete Untersuchung richtet sich gegen die Sender des TV-Pools im Weißen Haus: ABC, CBS, CNN, NBC und Fox News.
Dem Bericht zufolge wurden die Medien am Freitag kontaktiert und zur Vorlage von Unterlagen aufgefordert. Eine Sprecherin des Ministeriums begründet die Prüfung mit möglichen Gruppenboykotten unter kommerziellen Wettbewerbern. Ein festgestellter Rechtsverstoß wird nicht gemeldet.

Das Pool-System verteilt die Begleitung von Präsidententerminen auf mehrere Sender. Diese stellen das Material auch anderen Medien zur Verfügung und teilen dadurch Kosten. Der vorübergehende Stopp folgte auf den Ausschluss einzelner Medienhäuser im September.
Der Vorsitzende des Reporters Committee for Freedom of the Press kritisiert die neue Untersuchung als Einschüchterungsversuch. Der Streit betrifft damit zugleich die Organisation gemeinsamer Berichterstattung und den Umgang der Regierung mit kritischen Medien.