In Frankfurt ist am 2. November die Jüdische Akademie eröffnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigten in ihren Eröffnungsreden die Bedeutung eines eigenständigen jüdischen Bildungsortes. Die Reden wurden am Mittag von der Jüdischen Allgemeinen veröffentlicht.

Die Akademie soll jüdisches Denken und Erfahrungen in ihrer Vielfalt sichtbar machen. Ihr Programm umfasst unter anderem Geschichte, Religion, Politik und Kunst. Neben Wissensvermittlung geht es um den Austausch und eine differenzierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen.

Nach dem Hintergrundbericht von ZDFheute ist die Einrichtung die erste überregionale jüdische Bildungsinstitution dieser Art außerhalb der Hochschulen in Deutschland seit der Schoah. Geplant ist auch eine Zusammenarbeit mit der Frankfurter Goethe-Universität.

Die Eröffnung markiert den Übergang vom Aufbau zum öffentlichen Bildungsangebot. In ihren Ansprachen betonten Schuster und Steinmeier die Bedeutung von Gesprächsräumen, in denen unterschiedliche Sichtweisen Platz haben. Das neue Haus soll jüdisches Leben damit auch jenseits tagespolitischer Konflikte erfahrbar machen.