Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt Deutschland eine gemeinsame Strategie für RNA-basierte Medizin. In einer am Donnerstag vorgestellten Stellungnahme beschreibt sie Chancen, wissenschaftliche Hürden und ethische Fragen des Forschungsgebiets.

RNA-Wirkstoffe werden durch die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 weithin mit Impfungen verbunden. Nach Einschätzung der Akademie reichen mögliche Anwendungen jedoch weiter: unter anderem zu Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und seltenen genetischen Krankheiten.

Damit Erkenntnisse aus Laboren zu anwendbaren Therapien werden können, sollen Forschung, Ausbildung, Produktion und Regulierung enger zusammenarbeiten. Die Empfehlungen betreffen auch Produktionskapazitäten, Lieferketten und die Qualifizierung von Fachkräften.

Die Akademie betont zugleich Fragen der Sicherheit, Bezahlbarkeit und gerechten Verfügbarkeit. Aus dem Potenzial einer Technologie folgt noch keine gesicherte Behandlung für eine bestimmte Erkrankung. Das Papier formuliert wissenschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten; es ist keine Zulassung neuer Arzneimittel.