Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht derzeit gute Chancen, den Personalbedarf der Bundeswehr ohne Rückkehr zur Wehrpflicht zu decken. Das sagte der SPD-Politiker in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Funke-Mediengruppe.
Nach seinen Angaben dienen aktuell rund 190.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr. Er führte den höchsten Stand seit 13 Jahren auf Maßnahmen des neuen Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes zurück. Bleibe die Entwicklung positiv, seien zusätzliche Verpflichtungen aus seiner Sicht nicht nötig.
Aus der Union kam Widerspruch. Fraktionsvize Norbert Röttgen mahnte zu vorsichtigem Optimismus. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, verlangte, eine Wehrpflicht weiter zu diskutieren, falls Freiwilligkeit den erforderlichen Personalaufbau nicht ermögliche.
Pistorius äußerte auch Verständnis für Sorgen junger Menschen. Sein Ziel sei eine ausreichend starke Abschreckung. Die heutigen Aussagen sind politische Bewertungen der weiteren Entwicklung und keine neue Entscheidung über die Einführung oder Abschaffung eines verpflichtenden Dienstes.