Die Europäische Zentralbank hat am 29. Oktober auf eine weitere Zinserhöhung verzichtet. Nach der Ratssitzung in Frankfurt bleibt das Zinsniveau bei 2,5 Prozent. Erst im September hatte die Notenbank die Zinsen wegen der anhaltenden Teuerung angehoben.

Die zuletzt gemeldete Inflationsrate im Euroraum beträgt 3,8 Prozent und liegt damit deutlich über dem mittelfristigen Ziel von zwei Prozent. Zugleich haben sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen verschärft. Diese gegenläufigen Entwicklungen prägen die Entscheidung: Höhere Zinsen können die Nachfrage und damit den Preisdruck bremsen, belasten aber auch Investitionen.

Taschenrechner und Haushaltsheft auf einem Küchentisch.
Taschenrechner und Haushaltsheft auf einem Küchentisch.

Bankökonomen halten das Abwarten teilweise für vertretbar, warnen jedoch vor einem Übergreifen höherer Energiepreise auf weitere Waren und Dienstleistungen. Für die nächste Sitzung im Dezember wird deshalb erneut über einen Zinsschritt diskutiert. Eine solche Anhebung ist mit der heutigen Entscheidung weder beschlossen noch ausgeschlossen.