Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will in Europa netto 3.460 Stellen abbauen, davon etwa 2.660 in Deutschland. Das Unternehmen kündigte das neue Programm am Dienstag, 3. November, an. Fünf Standorte sollen perspektivisch schließen, vier davon in Deutschland.

Als Gründe nennt der Konzern Überkapazitäten, schwächere Nachfrage bei Verbrennerfahrzeugen und einen langsamer als erwarteten Ausbau der Elektromobilität. Zusätzlich sollen Personalkosten und organisatorische Komplexität sinken. Rund die Hälfte des vorgesehenen Stellenabbaus betrifft die Produktion.

Nach Unternehmensangaben soll das Programm ab 2030 jährlich ungefähr 300 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Dafür werden einmalige Aufwendungen von rund 480 Millionen Euro erwartet. Die Umsetzung soll im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen; ein vollständiger Abschluss dieser Verhandlungen ist damit nicht belegt.

IG Metall und Konzernbetriebsrat kritisieren die Pläne nach dem tagesschau-Bericht scharf. Sie fordern Klarheit über künftige Produkte und Investitionen. Der neue Beschluss ist ein weiteres eigenständiges Abbauprogramm nach bereits zuvor angekündigten Strukturmaßnahmen.